SCARLET DORN: Ein Album – 13 Storys

SCARLET DORN haben mit Ihrem zweiten Album „Blood Red Bouquet“ ein wunderbares Album hingelegt, das von seiner besonderen Athmosphäre der Songs lebt und somit ein weiteres Kapitel der noch jungen Bandgeschichte eröffnet.

Unser Interview mit SCARLET DORN:

Hey, das zweite Album von euch ist nun draußen. Die Veröffentlichung eures Debütalbums war in 2018. Wie habt Ihr die Zeit dazwischen wahrgenommen als neuer Act im Musikbusiness?

Scarlet: Die Zeit verflog unfassbar schnell, wenn man bedenkt, dass mittlerweile fast drei Jahre ins Land gezogen sind. Das liegt unter anderem mit Sicherheit daran, dass wir sehr viel unterwegs waren und  in der Zwischenzeit sehr viel erleben durften. Gerade weil für uns alles neu war, war es natürlich unglaublich. Wir hatten aber auch sehr viele herzliche Menschen und helfenden Hände um uns, sodass wir nicht einmal großartig etwas anderes erzählen könnten.

Was war in dieser Zeit euer dankbarster Moment?

Scarlet: Bei mir gab es unglaublich viele oder besser gesagt: es gibt immer wieder dankbare Momente. Diese müssen nicht einmal durch etwas Bestimmtes ausgelöst werden. Manchmal lässt man das bisher Erlebte revue passieren und empfindet einfach große Dankbarkeit für all das Glück das dazu gehört, aber ganz besonders für all die Menschen, die das überhaupt erst möglich machen.

Benji: Für mich war das ganz klar für Within Temptation zwei Shows eröffnen zu dürfen. Das ist ein Privileg, für das ich unglaublich dankbar bin!

Bengt: Unsere Show auf dem M’era Luna 2019 war für mich eines der größten Highlights. Obwohl ich kurz vor der Show unglaublich nervös war!

Das neue Album heißt “Blood Red Bouquet”. Wie seid Ihr auf diesen Namen/Titel gekommen? 

Scarlet: Man könnte es so verstehen, dass jeder der dreizehn Songs auf unserem Album seine eigene Geschichte erzählt. Sie sind individuell und auf ihre eigene Art und Weise schön – vergleichbar mit einer Rose etwa. Somit wäre die Bündelung oder Zusammensetzung dieser Songs (also das Album) ein “Blood Red Bouquet”. 

Mit welchen drei Worten würdet Ihr das Album beschreiben?

Scarlet: Blood, Red, Bouquet =)

Bengt: Slow, Deep & Hard!

Wer hat bei Scarlet Dorn denn überhaupt die ganzen tollen Songs geschrieben?

Scarlet: An diesem Album haben wir alle mitgearbeitet (in das eigentliche Songwriting sind bei uns besonders Bengt, Benji und ich involviert) und hatten zu unserer Freude noch ein paar Freunde und Kollegen mit am Start wie unseren Co-Writer (und Begleiter seit Stunde null) Anthony J. Brown, unsere unsichtbaren Bandmitglieder/Manager/Produzenten Chris Harms und Benjamin Lawrenz, meine lieben Freundinnen und begnadete Sängerinnen Ela und Joy Frost sowie Corvin Bahn, Steve Velvet, Tom Philip Krause und die lieben Kollegen von Oomph!

Seid Ihr beim Songwriting eher Gefühls -oder Kopfmenschen? 

Scarlet: Ich würde eindeutig zum Gefühl tendieren, denke aber, dass beim Songwriting beides nicht verkehrt ist. 

Benji: Primär Gefühlsmensch, zur Problemlösung kommt aber auch gerne der Kopf zum Einsatz.

Bengt: Gefühlsmensch, all the way! Die Emotionen sind im Kern das, was wirklich zählt.

Der Gesang hat sich gegenüber dem ersten Album bemerkenswert weiterentwickelt. Ist einfach Bombe. Wie sieht den dein Rezept für diese Wahnsinns Gesangsstimme aus, Scarlet?

Scarlet: Wow, lieben Dank! Der Gesang an sich hat sich vermutlich nicht wirklich weiterentwickelt. Ich vermute es ist einfach viel mehr so, dass ich mich beim zweiten Album mehr getraut habe, damit zu experimentieren.  

Inwieweit hat die Pandemie Einfluss auf euren kreativen Prozess gehabt? 

Scarlet: Um ehrlich zu sein konnte ich bei mir keinen Einfluss feststellen.

Bengt: Hmm, das lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt so gar nicht festellen. Vielleicht aber in der Retrospektive, wenn alles vorüber sein sollte.

Gerade in so schwierigen Zeiten wie jetzt: Was macht ein gutes Bandgefüge aus?

Scarlet: Ich würde mal behaupten, dass es unabdingbar ist. Auch in besseren Zeiten. =)

Bemerkenswert auf dem Album ist der Sound, der von den gezupften Saiten her z.B. rauer auf mich wirkt als noch beim Debut und daher mehr leben in die Tracks bringt.  Was macht für euch einem perfekten Sound aus? 

Benji: Für mich persönlich kommt es maßgeblich auf eine in sich stimmige Gesamtatmosphäre an, am liebsten mit kreativen und ungewöhnlichen Elementen.

Bengt: Ich denke, die Energie, die wir von unseren Live-Shows mit auf das neue Album gebracht haben, ist unter anderem durch den härteren Gitarren-Sound und die lauteren Drums zu hören. Der “perfekte” Sound ist immer der, der, subjektiv betrachtet, am besten zum Song und seiner Atmosphäre passt.

Aufgenommen habt Ihr das Album wie auch schon euer Debüt in den Chameleon Studios in Hamburg. Inwieweit hat die Erfahrung von Chris Harms und Gared Dirge im Musikbusiness den Sound im Studio geprägt?

Bengt: Das “Business” tut erstmal gar nichts zur Musik und dem Sound. Wir machen das, worauf wir Lust haben und was sich als gesunder nächster (musikalischer) Schritt anfühlt. Das Music Business drum herum mit seinen “Verträgen” und seinem “Marketing” etc., um es mal ganz simpel runterzubrechen, sind dann wichtige weitere Faktoren, sie bestimmen aber nicht die Marschrichtung. Im Studio helfen uns Chris’ und Bennys Erfahrung was Musikproduktionen angeht, die Vision unserer Songs zu verwirklichen ohne uns den Raum für Neues zu nehmen.

Da Album beinhaltet wirklich tolle hörenswerte Songs. Wäre schön, wenn Ihr die folgenden Titel kommentiert:

“Back to the Ground”

Scarlet: Definitiv einer meiner absoluten Favoriten auf dem Album!

Bengt: Seicht schwebend, aber mit Tempo!

“Proud and Strong”

Scarlet: Das Feature des neuen Albums! Wir haben eine unfassbare Ehre, dass wir hier mit keinem geringeren als Sven Friedrich “proud & strong” sein durften. Dazu gibt es auch ein wundervolles Musikvideo – Schaut mal rein!

“One Day”

Scarlet: Ich muss bei “One Day” innerlich vermutlich ein bisschen mehr schmunzeln als andere. “One day” ist ein Song, den ich ganz ehrlich von mir selbst geklaut habe, oder besser gesagt meinem 15-jährigen ich. Er ist mir irgendwann vor zwei Jahren zufällig in Form einer Aufnahme (irgendeines Musikschulkonzertes) in die Hände gefallen.

“Until the Waters run dry”

Bengt: Der letzte Track des Albums und die Sehnsucht in ihm könnte nicht größer sein. Text und Musik stammen aus meiner Feder, was den Song für mich sehr persönlich und besonders macht. Er ist schon relativ zeitnah nach Hold On To Me entstanden, weswegen er für mich ein sehr ähnliches vermittelt, aber anders. Die Sehnsucht ist stark in beiden Tracks!

Was sind eure Lieblingssongs auf dem Album und warum?

Scarlet: “Back to the Ground” – ich finde ihn einfach atemberaubend! “True Love Is Mad”  & “Proud & Strong” – stelle ich mir live extrem geil vor! Da freue ich mich schon drauf. “Love In A Loss Of Gravity” – zu diesem Song habe ich eine sehr persönliche Bindung… Ich könnte jetzt so ewig weiter machen und alle Songs einmal durchnehmen 

Benji: Für mich sind es “One Day” & “True Love is Mad”, die haben eine theatralik in der ich finde man sich toll verlieren kann und “Forests” der hat diese gewisse Bittersüße.

Bengt: Mir gefallen alle Songs und mein Favorit ändert sich je nach Tag und Stimmungslage…

Auch wenn Ihr mit den mittlerweile zwei Alben genug Material für eine Headliner Tour habt, ist eine Konzertreise ja noch aktuell in weiter Ferne.  Wie verarbeitet Ihr als Musiker den die fehlenden Konzertmöglichkeiten, gerade wenn ein neues Album am Start ist?

Scarlet: Wir hatten Ideen und Pläne wie wir ausfallende Konzerte ein wenig kompensieren könnten, das Problem ist nur, dass wir auch diese nicht mehr umsetzen können, weil ein gemeinsames Treffen aktuell natürlich nicht möglich ist. Wir versuchen einfach möglichst viel auf sozialen Medien präsent zu sein und so auf eine abstrakte Art und Weise den Kontakt zu Fans aufrecht erhalten. Das hätten wir natürlich auch lieber anders. 

Rückblickend: Könnt Ihr das beste Konzert oder Festival beschreiben das Ihr erlebt habt? Auch außerhalb von Scarlet Dorn als Privatmenschen?

Scarlet: Spontan fällt mir da irgendwie sofort eine Open-Air-Show in Dresden ein, bei der wir als Support für Within Temptation spielen durften. Das war einfach ein insgesamt sehr schöner Tag.

Bengt: Wie oben schon gesagt, unsere Show auf dem M’era Luna 2019 war ein echtes Highlight für mich (natürlich neben einigen anderen). Privat war mein liebstes Konzert-Erlebnis die Show von The Rasmus auf ihrer Dead Letters Tour 2019. Those sweet sweet memories…

Benji: Within Temptation in Dresden, war einfach der knaller! Für mich privat wird das glaube ich Muse auf der Drones Tour sein.

Vorausblickend: Gibt es Orte, an denen Ihr unbedingt mal auftreten wollt, wenn es die Pandemie wieder zulässt?

Scarlet: Ich würde es glaube ich ziemlich aufregend finden mal im Ausland zu spielen.

Bengt: Ja, na klar: die USA und Japan (neben so vielen anderen Ländern)!

Zum Abschluss: Was ist für euch wichtiger? Gesund oder lecker? 😉

Scarlet: Haha… das ist sehr vom Moment abhängig. Am besten Beides – das geht! 

Benji: Tendenziell Gesund, steckt man aber ein bisschen Liebe & Zeit ins Kochen erreicht man auch gut beides.

Bengt: Wie immer im Leben eine ausgewogenen Mischung von beidem. Das Licht kann ja auch nicht ohne den Schatten oder? 😉

Das Album streamen:

SCARLET DORN sind:

Scarlet Dorn – Vocals, Gared Dirge – Piano, Bengt Jaeschke – Guitars, Benji Mundigler – Bass, Henrik Petschull – Drums

Video zu „Proud and Strong“:

www.Scarlet Dorn.de