WELLE ERDBALL – Das Interview zum neuen Klassik Album

Hallo, hier spricht Welle: Erdball!

Wir begrüßen Sie recht herzlich zur Übertragung der Sendung „Engelstrompeten & Teufelsposaunen“. Es spielt für Sie das Funkhaus-Orchester unter der Leitung und dem Arrangement von Conrad Oleak.

Die Welle: Erdball-Klassiker, einige Geheimtipps und sogar exklusives neues Material – das ganze gespielt von einem vierzigköpfigen Orchester im Rahmen der neuen Welle: Erdball-Sendung „Engelstrompeten & Teufelsposaunen“!

Ein idealer Moment für ein Interview über die neue Sendung:

Hallo Welle Erdball!
Eure neue Sendung steht in den Startlöchern. Erzählt doch mal was den geneigten Hörer in der Sendung alles erwartet!

  • Mit der neuen Sendung „Engelstrompeten & Teufelsposaunen“ strahlt der Sender insgesamt 12 Stücke im klassischen Gewand in den Äther.
    Neben vielen Klassikern haben wir auch komplett neues Material verwendet, um unter der Leitung und dem Arrangement von Conrad Oleak und der Umsetzung durch das Funkhaus-Orchester, diese sowohl als rein klassische Versionen, als auch mit neuem Gesang zu präsentieren.
    Dazu gibt es aber auch etwas Commodore64, viel Bonusmaterial und natürlich das ganze Füllhorn des Welle: Erdball-Charmes.

Seit wann habt Ihr mit der Idee gespielt, eine solche Sendung durch den Äther zu jagen?

  • Ich glaube alle Musiker und ganz besonders auch elektronische Künstler, möchten seit ihrer ersten Computer-Komposition das Ganze auch mal im klassischen Kleid mit einem vierzig köpfigen Orchester in Szene gesetzt hören und dementsprechend veröffentlichen.
    Da klassische Musik und die Geschichte des Radios seit jeher fest ineinander verwurzelt sind, lag es für Welle: Erdball auch anfangs auf der Hand, eben genau so ein Album zu senden. Doch scheiterte dieses Vorhaben schon in den Anfängen an der technischen und finanziellen Umsetzung und wurde aus diesen Gründen auch recht schnell ad acta gelegt und geriet in Vergessenheit. Erst als nun viele nicht erwartete Umstände zusammentrafen, das Schicksal es gut mit uns meinte und wir mit einer riesengroßen Portion an Organisation reagierten, wurde das neue Album greifbar.

Hat die Corona Pandemie euch bei der Produktion der Sendung arg beeinträchtigt?

  • Da die Arbeit zu „Engelstrompeten & Teufelsposaunen“ auch recht zeitgleich mit Pandemiestart, Lockdown und politischen Auflagen stattfand, wußten wir mehr oder weniger worauf wir uns einlassen würden, denn so eine Idee läßt sich eigentlich gar nicht umsetzen, wenn sich die Musiker nicht mal zusammen treffen dürfen. Doch zum Glück fanden wir genügend Wege, hauptsächlich auch mediale Möglichkeiten, um die Sache durch zu führen. Ein ganz anderes Thema sind die vielen Konzerte, Festivals und sogar eine komplette Welle: Erdball-Tournee, inklusive der Veröffentlichungs-Darbietung, die nun leider verschoben oder ganz abgesagt wurden… Das kann man auch Sicht des Senders wohl schon mit dem Adjektiv „arg“ betiteln.

Um eure Songs Orchestral zu vertonen habt Ihr euch Conrad Oleak mit ins Boot geholt. Wie habt Ihr zu einander gefunden?

  • Ausschlaggeber waren die Vorbereitungen für das Gothic meets Klassik-Festival in Leipzig. Genau hier wurde die Idee zu einem kompletten Album auch erst durchführbar. Es ging ja vorerst nur um eine handvoll Lieder, die wir auf diesem Festival mit dem Orchester präsentiert hätten. Doch als ich die ersten Probeaufnahmen gehört hatte, was sofort klar, daß das Thema Klassik definitiv ein Kosmos ist, der zusammen mit Welle: Erdball funktionieren wird.

Beschreibt doch mal eure Gefühle, als Ihr euren ersten Song mit Orchester gehört habt? Welcher Song war es?

  • Die ersten Gedanken waren auf jeden Fall: Wie bekommen wir das auch ausserhalb des Festivals, im Rahmen eines kompletten und vor allen Dingen vollwertigen Albums hin?! Denn nun ging es nicht mehr um eine handvoll, sondern um mindestens 12 Stücke, die ganz neu und orchesterkompatibel umgesetzt, neu arrangiert und natürlich auch neu eingesungen werden mussten.
    Das erste Lied, welches wir nach viel „Hin und Her“, im wahrsten Sinne des Wortes, fertig gestellt hatten, war das Stück „Funkbereit“. Während des Singens mußten wir sogar, wie folgend auch bei weiteren Liedern, die Aufnahmen pausieren, da ich aus der Berührung heraus, massiv mit den Tränen zu kämpfen hatte und die Stimme sofort weg war.
    Dieses Lied ist nun auch der radiotechnische Prolog und somit der perfekte Einstieg in die „Engelstrompeten & Teufelsposaunen“ geworden.

Gibt es einen Lieblingstitel, der es euch besonders in der Orchesterversion angetan hat? Unser Favorit ist übrigens Starfighter!

  • Jedes Stück der neuen Sendung ist etwas ganz besonderes. Es hängt wohl mehr mit der gegenwärtigen emotionalen Verfassung ab, welches Lied den „Seelenvogel“ oder den „Teufelsadler“ fliegen läßt, denn jeder Beitrag ist für beide Extreme prädestiniert.
    Hier gibt es die herzzerreissende, pathetische Hymne wie „1000 Engel“ oder „Das muss Liebe sein“ genau so, wie die knallharten, mit nie gehörten Orchesterbeats gedroschenen, Klassiker „Arbeit adelt!“, „VW-Käfer“ oder eben auch „Starfighter F-104K“.

Eine Tour ist bei euch für 2021 zwar geplant, jedoch alles natürlich unter Vorbehalt. Wie geht Ihr mit der doch ungewissen Zukunft für Livemusik persönlich um?

  • Es nervt langsam! Dieses ständige „Hin und Her“ und die detaillierte Planung für Termine, die dann doch nicht stattfinden, nagt sehr an der Substanz, doch für Welle: Erdball sind solche Krisen schon immer wie ein schweizer Taschenmesser und ein ausgelutschtes Kaugummi für MacGyver gewesen, aus denen wir ein komplettes Space Shuttle bauen… und es funktioniert dann auch noch.

Wie geht es mit Welle Erdball weiter? Ist für die Zukunft wieder C64 Tanzmusik zu erwarten?

  • Hier kann ich nur Ralf Hütter von Kraftwerk zitieren: “ Es wird immer weitergehen, Musik als Träger von Ideen!“
    Natürlich haben wir uns nun erstmal in den klassischen, neuen Gefilden dermaßen ausgetobt, das nun selbstredend das Funkhaus und seine ganzen analogen Synthesizer, so wie auch der Commodore64 wieder angestellt werden. Denn das „Ausnahmen bestimmen die Regel“-Prinzip ist ein fester Bestandteil des Welle: Erdball-Konzeptes. Für das kommende Jahr steht die Sendung „Film, Funk und Fernsehen“ auf dem Programm, die indessen ja schon fast so lange überfällig ist, wie seinerzeit das Album „Chaos Total!“. Einige Stücke sind sogar schon fertig und es wird definitiv hochelektronisch, analog und korrekt.

Danke und viel Erfolg mit eurer neuen Sendung!

  • Vielen Dank, auch für das Interview. Ich sende beste Grüße an Sie und Ihre Leser und ende wiederum mit einem Zitat von Alex aus dem Film „Uhrwerk Orange“: „Kommt doch und hört mal meinen Sound! Hört Engelstrompeten und Teufelsposaunen… Ihr seid eingeladen!

@