EMIGRATE: Richard Kruspe im Interview

Seit dem 30.11.18 ist das neue Album des Rammstein Gitarristen Richard Kruspe und seinem Projekt EMIGRATE erhältlich.

Wir hatten vor dem Veröffentlichungstermin die Gelegenheit mit Richard zu sprechen:

Richard, EMIGRATE ist neben Rammstein dein weiteres musikalisches zu Hause. Was treibt dich an, EMIGRATE mit Musik zu füllen?

Im Allgemeinen treibt mich das Leben an. Mit der Musik will ich bestimmte Dinge ausdrücken, Sie ist meine Art der Kommunikation. Ich habe für mich gemerkt, dass ich so viele musikalische Ideen habe, die ich bei RAMMSTEIN alleine nicht verwirklichen kann. Dann hat es mich natürlich auch gereizt selber zu singen. Mit EMIGRATE habe ich zudem die wunderbare Möglichkeit mit den verschiedensten Musikern zusammen zu arbeiten, was in einer normalen Band ja überhaupt nicht so möglich ist. Das treibt mich an und macht total Spaß. Dafür brenne ich.

Dein neues Album erscheint am 30.11.2018. Auf was für einen Sound dürfen sich die Hörer einstellen?

Den Sound kann man gar nicht richtig einordnen, da EMIGRATE eine vom Sound her völlig wandelbare Band ist. Für viele Leute ist dieser offene Sound ein Manko, was mich allerdings gar nicht stört. Ich tobe mich auf dem Album mit verschiedenen Stilen aus. Insofern ist das neue Album, was ich bisher auch von anderen gehört habe, das bisher vielfältigste Album geworden. Von Hardrock, Pop bis hin zum Electro sind viele Einflüsse im Sound enthalten. Ich finde, es ist das am besten klingendste Album. Da ich es auch selber gemixt habe, bin ich natürlich auch total stolz darauf.

Was hat es eigentlich mit dem Albumtitel auf sich? A Million Degrees?

2015 habe ich mich völlig ausgebrannt gefühlt., da ich zu diesem Zeitpunkt das Album ja schon einmal aufgenommen hatte. Dieses Gefühl wollte ich dann auch im Titel wiedergeben.

Das Album hattest du wie eben erwähnt bereits 2015 in L.A. aufgenommen. Durch einen späteren Wasserschaden waren jedoch alle Aufnahmen plötzlich unwiderruflich verloren. Was geht einem Musiker da durch den Kopf, wenn man realisiert, dass die ganze Arbeit futsch ist?

Natürlich ist da erst einmal ein Gefühl von Frustration. Komischerweise bin ich bei dieser Katastrophe relativ ruhig geblieben. Aus meinen bisherigen Erfahrungen weiß ich, dass es immer einen Sinn macht, wenn verschiedene Dinge passieren. So gesehen war es für mich eine neue Herausforderung das Album nochmal aufzunehmen, zu mal es keinerlei Notenaufzeichnungen der Songs mehr gegeben hat. Ich hatte lediglich nur noch ein paar Textfragmente auf diversen Zetteln übrig. Die Songs habe ich dann alle aus meinen Erinnerungen neu komponiert, was auch eine gute Möglichkeit war das ein oder andere neu auszuprobieren. Daraus ist dann auch wieder die nötige Leidenschaft für EMIGRATE in mir entbrannt.

Ist EMIGRATE für dich noch immer nur ein Projekt?

EMIGRATE soll weiterhin als Projekt verstanden werden und wenn ich ehrlich bin auch eine offene Sache bleiben. Eine richtige Band habe ich ja schon bei RAMMSTEIN. Ich genieße es bei EMIGRATE, mit den verschiedensten Musikern zusammenzuarbeiten. Das hast du in einer normalen Band ja nicht. Für mich ist es eine wahnsinnige Chance, mit all diesen verschiedenen Leuten Musik zu machen.

Du arbeitest außer mit Gastsängern auch mit verschiedenen Gastmusikern zusammen, wie z.B. Mikko Siren von Apocalyptica. Der hat z.B. deine Drums mit eingespielt. Was schätzt du so an der Arbeit mit anderen Musikern? Wie ist es zu der Zusammenarbeit gekommen?

Ich hatte Mikko als Trommler damals gar nicht auf dem Schirm gehabt, denn durch die ganzen Celli bei APOCALYPTICA wird das Schlagzeug da etwas überdeckt. Bei einer Unterhaltung mit einem Bekannten fragte ich nach seinem Lieblingsschlagzeuger und er sagt das ist Mikko von APOCALYPTICA. Mikko habe ich dann auch persönlich kennengelernt und ein paar Drum Tests mit Ihm gemacht. Danach war ich so begeistert von Ihm, dass ich mit ihm zusammenarbeiten wollte.

Wenn du dir die 11 Songs auf dem Album anhörst: Welcher Song berührt dich am meisten?

Eigentlich gefallen mir alle Songs. Aber es gibt einen Song auf dem Album den ich am meisten gehört habe und das ist „War“. Der hat Kraft, ist modern, es ist für mich ein toller Song.

Das Album hat einen ziemlich druckvollen Sound. Wie zufrieden bist du mit dem Ergebnis?

Sehr zufrieden! Wenn ich das Album vom Sound mit Rammstein Alben vergleiche, ist es einer der besten Alben, an dem ich gearbeitet habe.

Wenn man die Gelegenheit hat mit Gitarristen zu sprechen, interessiert mich immer auch die Frage nach dem Lieblingsequipment?

Ich habe mich gerade von vielen, vielen Gitarren getrennt. Ich hatte so um die sechzig Gitarren. Die Hälfte habe ich verkauft. Am liebsten nutze ich dann zu der Gitarre die Bogie Rectifier Amp!

Kommen wir zum Abschluss nochmal zum neuen Album zurück: Wäre es nicht mal an der Zeit, die Emigrate Songs live zu präsentieren?

Ja, das könnte ich natürlich machen. Es ist jedoch so, das mir dafür schlicht die Zeit für so etwas fehlt. Wir sind gerade dabei noch in diesem Jahr das RAMMSTEIN Album fertig zu stellen. Dann stecken wir mit RAMMSTEIN in den Tour Vorbereitungen für 2019 und sind bestimmt die nächsten 3-4 Jahre auch weiter live unterwegs. Insofern gibt es da keine Zeit mit EMIGRATE auf Tour zu gehen.

Wie sehen im Allgemeinen nach der Veröffentlichung von „A Million Degrees“ deine weiteren musikalischen Pläne aus?

Das Album erscheint jetzt am 30.11.Ich bin froh, wenn es jetzt endlich veröffentlicht ist. Das Album ist auch bei denen super angekommen die es bereits gehört haben. Ich bin ehrlich gesagt total überrascht darüber. Und hätte es so nicht erwartet. Ab Anfang/Mitte Dezember fliegen wir mit RAMMSTEIN nach L.A.,. um das neue Album zu mixen. 2019 wird wegen der Tour ein komplettes RAMMSTEIN Jahr. Da wird mit EMIGRATE nichts mehr passieren. Alles Weitere muss ich schauen. Es gibt Überlegungen von mir vielleicht mal ein reines Elektroalbum zu machen. Aber wer weiß, das ist alles noch Theorie.

Album Review von „A Million Degrees”

EMIGRATE im www:

https://www.this-is-emigrate.com

https://www.facebook.com/Emigrate

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