VOCA ME- Vocalmusik aus der Zeit der großen Kathedralen

Ein ganz besonderes Projekt dürfen wir euch präsentieren: VocaMe !

VocaMe bestehen aus:

Gerlinde Sämann (Sopran), Sarah M.Newman (Sopran), Sigrid Hausen (Mezzosopran), Petra Noskaiova (Mezzosopran), Michael Popp (Laute, Santur, Fidel, Drehleier, Gesang)

Die großen lichtdurchfluteten Kirchenräume der Gotik, die sich wie steingewordene Wunder ab dem 12. Jahrhundert in ganz Europa ausgebreitet haben, inspirierten das Ensemble VocaMe zu einem Album, das am 07.06.2018 erscheinen wird.

Die Kathedralen mit ihrer Harmonie der Proportionen,der scheinbaren Schwerelosigkeit der Architektur, waren im Mittelalter gelebter Schnittpunkt aller Wege und Kulturen, Stände oder sozialer Schichten – Sinnbild göttlicher Wohnstatt und Einheit von Klang-Licht-Raum.

Vier Sängerinnen mit einem berückenden Schmelz im Unisono, großen Spektren im mehrstimmigen Gesang und die Klangfarben des Multi-Instrumentalisten

Michael Popp bilden die musikalische Erweiterung und Deutung des Kirchenraums.

Ein schönen Konzertmitschnitt  von BR Klassik in HD von VocaMe gibt es hier:

https://www.br-klassik.de/concert/ausstrahlung-1418084.html

Das Programm besteht aus geistlicher Musik, die sich bis zur Gotik entwickelt hat. Im Zentrum steht die Messe von Tournai aus dem 14. Jahrhundert. Sie gilt als frühestes Zeugnis einer komplett vertonten Messe, die sich in mittelalterlichen Handschriften

finden lässt. Wer sie geschrieben hat, ist unbekannt – es ist aber wahrscheinlich die Zusammenstellung von Stücken verschiedener Komponisten: die Kompositionstechniken einzelner Sätze sind zum Teil ganz auf der Höhe der Zeit und modern, andere dagegen verwenden alte Techniken aus früheren Zeiten, dass dies sowohl auf eine unterschiedliche Entstehungszeit als auch verschiedene Regionen schließen lässt.

Sigrid Hausen, eine der Sängerinnen: „Wie die Säulen der Kathedrale stellen wir uns die Mess-Sätze der berühmten Messe von Tournai vor, und zwischen diesen Säulen erklingen andere geistliche Gesänge aus Frankreich, Spanien, Deutschland, zwischen Volksfrömmigkeit und Versenkung, Anrufung und hoher Spiritualität oszillierend …“

Paris ist zur Zeit der Gotik eines bedeutendsten der kulturellen Zentren und von seiner Kathedrale aus verbreitet sich der neue Geist der Gotik über ganz Europa. Im Umfeld seiner großen Kathedrale versammelt sich die geistige Elite dieser Zeit und viele neue Kompositionen des 13. Jahrhunderts stammen aus diesem Umfeld, der sogenannten „Notre-Dame- Schule“. Die Kompositionen zählen, wie auch die Messe von Tournai zur musikalischen Hochkultur – Musik, die wahrscheinlich nur an den großen Kathedralen zu hören war. Diese kombiniert VocaMe mit volkstümlicheren oder schlichteren Melodien aus dem Codex Calixtinus (Jakobsbuch) und dem Las Huelgas Codex u.a. So entsteht ein Klangbild der Gotik von schlichter Einstimmigkeit bis zur Prachtentfaltung der mittelalterlichen Mehrstimmigkeit.

Im Mittelpunkt steht dabei die Kraft der menschlichen Stimme. Die variablen Klangfarben der Sängerinnen und der Instrumente sind wie eine musikalische Interpretation der farbintensiven gotischen Glasfenster und Rosetten. Wie in einem Labor wird zerlegt, untersucht, entstaubt – wie bei Restauratoren werden die Farbenaufgefrischt, mit den freigelegten musikalischen Gerüsten, der einzelnen Melodie – solistisch oder unisono gesungen – experimentiert, arrangiert, Begleitstrukturen erarbeitet, bis hin zur vielstimmigen vokalen Prachtentfaltung, um instrumentale Kommentare und Akzente ergänzt …

Die Musik wird von Musiker und Zuhörer durchdrungen, Resonanzen entstehen.

Die Kathedrale ist Abbild der göttlichen Wahrheit, Gleichgewicht, Harmonie

der Proportionen, Schwerelosigkeit, Licht und Farbe … – der Musik nahe!

Wir nennen solche Dinge schön, die leuchtende Farben haben

(Thomas von Aquin)

VocaMe Live:

20.05. Schauspielhaus Leipzig (WGT)
30.06. Urbanskirche, Schwäbisch Hall
12.08. MA Festival, Brügge
04.10. Klosterkirche, Wald bei Pfullendorf
06.10. Johanneskirche, Bingen

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