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NamNamBulu - Besser als Schweizer Käse (24.06.03)

NamNamBulu sind das Schweizer Duo Henrik Iversen (Text/Gesang) und Vasi Vallis (Komposition/Synths). Mit Ihrem Platten Deal bei dem Label Dying Culture will das Duo nun mit Ihrem neuen Album "Distanace" voll durchstarten, das musikalisch irgendwo im Electro Pop anzusiedeln ist. Was NamNamBulu über Ihre Musik zu berichten haben, könnt Ihr nun in unserem Interview nachlesen.



Hallo,
schön das Ihr euch ein wenig Zeit für uns nehmt !

Ihr seit eine aufstrebende Schweizer Band, die noch vor gar nicht so langer Zeit einen Deal mit dem Label Dying Culture an Land gezogen habt. Erzählt doch mal, wie Ihr euch zusammengefunden habt und wie Ihr vor allem wie Ihr auf euren ziemlich ungewöhnlichen Bandnamen NamNamBulu gekommen seit ?

Henrik: Hallo Martin. Wir haben zu danken. Wie hat alles begonnen? Wie das Leben selbst, durch Zufall. Ich lernte Vasi als Angestellter in einer Bank kennen, vor etwa 4 Jahren.

Vasi:
Yep, er sass hinter mir und sang die zweite Stimme zu einem Depeche Song. Wir arbeiteten schon länger zusammen, ich habe jedoch nicht gewusst, dass er diese tolle Stimme hat. Ich hab ihn dann gleich mal ins Studio eingeladen für Probeaufnahmen. Das war spassig :-)

In der Musikpresse hat man in Anbetracht eurer ersten Konzerte und den dort vorgestellten Songs von euch nur positives gehört. Wie würdet Ihr eure Musik am ehesten beschreiben die Ihr macht ?

Henrik: Ganz allgemein gesagt machen wir elektronische Musik. In meinen Augen am ehesten Synthpop, auch wenn viele es als Futurepop bezeichnen, aber egal :o) Es ist uns aber sehr wichtig, Stücke zu haben, die den Hörer mitziehen. Klar, auch wir können niemandem diktieren was ihm/ihr gefällt und was nicht, und es gibt genügend Leute denen das nicht gefällt was wir machen, und das ist gut so. Würde unsere Musik keine Emotionen wecken wäre sie tot, und das soll sie nicht sein. Was gibt es denn Schöneres als ein Stück zu hören, sei es in einem Club oder zuhause im Bett, und man erwischt sich dabei wie man mitsingt oder wie einem die Gänsehaupt überkommt. Ich kann nicht beurteilen ob wir das hinkriegen, aber das soll das Ziel sein.

Vasi:
Dem ist nicht viel hinzuzufügen. Menschen neigen immer dazu, Dinge und natürlich auch Musik zu vergleichen. Man hat uns schon etliche Stile nachgesagt. Wir klingen wie die oder die Band. Das ist sehr gut so. Wenn jeder Hörer etwas anderes in unseren Songs wieder findet ist das ideal.

Welche Einflüsse lasst Ihr in eurer Musik einfließen ? Was hört Ihr privat für Musik ?

Henrik: Ich habe schon vor langer Zeit Depeche Mode in mein Leben gelassen. Aber damit hat es nur angefangen. Mittlerweile ist die Zahl der Bands deren Musik ich mag ein wenig länger geworden. Es gibt Bands die vielleicht ein Stück haben das ich mag, andere Bands haben vielleicht eines das ich nicht mag. Ein Strickmuster kann ich da selber nicht erkennen. Ich will mal trotzdem ein paar nennen, die mich auf meinem Leben begleitet haben und immer noch tun: Apoptygma Berzerk, Beborn Beton, Camouflage, Depeche Mode, Elegant Machinery, KieTheVez, Nitzer Ebb, Frontline Assembly, S.P.O.C.K. Es ist klar, dass alles das was man gerne hört, das beeinflusst was man gerne machen würde. Welche Band nun aber genau welchen Einfluss hat, das kann ich nicht beurteilen.

Vasi:
Bei mir wechselt das ständig. Ich höre nicht nur „EBM“ oder Synthpop Musik, jedoch vorwiegend elektronisches. Momentan höre ich einige experimentelle Sachen aus England, die eine Mischung zwischen Trance, Trip Hop und älterem EBM liegen. Alles Sachen die man auf gut sortierten Independent Compilations findet. Mein Einfluss im musikalischen ist natürlich Henriks Stimme. Ich schreibe die Songs mit Henriks Stimme im Kopf und das beeinflusst natürlich. Musikalische Einflüsse sind eher unbewusst. Ich lasse mich nicht bewusst beeinflussen und „konstruiere“ keine Songs danach.

Ihr habt bereits im Jahr 2002 eine E.P. namens “Blind “veröffentlicht .Habt Ihr zu diesem Zeitpunkt schon ein Label gehabt ? Wie ist es zu dem Deal mit Dying Culture gekommen ?

Henrik: ‚blind?’ entstand damals komplett in Eigenregie. Wir waren da grad mal ein halbes Jahr zusammen gewesen, und diese E.P. war sozusagen unser Demotape. Warum wir daraus eine CD machten hatte verschiedene Gründe. Da wir in der Szene überhaupt gar niemanden kannten, weder Vasi noch ich hatten uns grossartig darin bewegt, wollten wir eine CD pressen, um nicht einfach eine CD-R unter die Leute zu bringen. Auch wussten wir ja nicht wie es ankommen würde. Somit hätten wir wenigstens einmal im Leben eine CD gepresst. Im Rückblick müssen wir sagen, dass es die einzig richtige Entscheidung gewesen war. Durch ‚blind?’ ist soviel geschehen, dass wäre auf einem anderen Wege vermutlich kaum passiert.

Vasi:
Wir haben natürlich von verschiedenen Seiten gehört wem die Blind zugesagt hat und wem nicht. Nach einem Tipp, wonach Torben Schmidt (Lights of Euphoria und Dying Culture Boss) unsere EP nicht schlecht fand, fuhr ich an einem Wochenende nach Hanau wo er auflegte. Einfach so, ohne Termin. Wir hatten eine sehr interessante Unterhaltung. Ich kriegte quasi per Handschlag die Zusage für einen Labeldeal mit Dying Culture



Betreibt Ihr eure Band seit dem Deal mittlerweile Hauptberuflich oder habt Ihr nebenbei noch bürgerliche Jobs ?

Henrik: Wir sind beide noch voll im Berufsleben tätig. Und das wir auch noch eine Weile so sein. Es ist leider nicht so, dass man sich mit Musik einfach mal selbstständig macht, und ab dann ein geregeltes Einkommen hat. Klar wäre es sehr wünschenswert, wenn es soweit kommen würde, aber im Moment können wir uns die Musik nur leisten, wenn wir nebenbei noch arbeiten.

Vasi:
Tja, eigentlich ist es so, dass die Jobs das Projekt finanzieren....Wir hoffen natürlich wie viele Bands, dass sich NamNamBulu bald selber finanzieren kann und wir uns mehr Zeit für das Musikalische Schaffen nehmen können.

Wenn nein, wie bekommt Ihr alles unter einen Hut ?

Henrik: Keine Ahnung :o). Wenn man will, dann geht es auch. Es gibt aber auch immer wieder stressige Zeiten und dann wiederum weniger anstrengende. Wenn man von etwas überzeugt ist, und Spass daran hat, dann findet sich die Zeit. Ich weiss das Vasi stellenweise mit ein bis zwei Stunden Schlaf pro Nacht auskommt, was mir auf Dauer definitiv zu wenig ist, aber so muss es sein. Die Musik steht für uns an oberster Stelle, und den Rest teilt man sich ein.

Vasi:
Henrik braucht auch definitiv mehr Schlaf! Die Stimme braucht Erholung J Jeder Gesangslehrer weiss das .-) Aber Henrik schlägt sich auch einige Nächte um die Ohren um Dinge wie Webpage oder andere Ideen digital umzusetzen. Die neue Club Single „memories“ Wurde konzeptionell was Verpackung und Design angeht komplett von Henrik „erdacht“. So ergänzen wir uns gegenseitig und schlagen uns die Nächte um die Ohren. Wir haben dementsprechend hohe Handy Rechnungen. Zum Glück gibt’s Niedertarif ab 22.00 Uhr :-)

Gerade im Rhein Main Gebiet geniest Ihr ein hohes Ansehen, was sicherlich auch auf die Labelarbeit zurückzuführen ist. Welchen Beziehung habt Ihr denn zu eurem Label (Dying Culture ist in Frankfurt/M ansässig Anm. d.Vf.) und dessen Gründer Torben Schmidt ? Scheint recht familiär zuzugehen ?

Henrik: Ich denke das Rhein-Main Gebiet wurde von uns einfach vergewaltigt :o) Komischerweise hatten wir am meisten Auftritte in dem Gebiet. Zufall? Ich will unseren Boss nicht schlecht machen :o) denn er leistet ganz tolle Arbeit, aber sein Einfluss fängt erst an zu greifen. Insofern schulden wir den Bekanntheitsgrad den wir erreicht haben (ist das so?) auf alle die Menschen denen wir unterwegs begegnet sind und die uns sehr geholfen haben. Alleine hätten wir das bestimmt nicht geschafft, das stimmt. Mal sehen, was Torben noch mit uns vorhat.

Am 26.05.03 erscheint euer Debüt Album “ Distances”. Was erwartet uns darauf ?

Henrik: Naja, mittlerweile hat sich das ja etwas verschoben… aber, wenn es denn kommt, dann erwarten euch 11 Songs mit unterschiedlichem Charakter. Es sind aber auch vier Stücke von der E.P. ‚blind?’ drauf, die wir komplett überarbeitet und teils auch neu eingesungen haben. Aber es ist sehr schwierig zu sagen was den Hörer erwartet… hmm… melodiöse, elektronische Musik mit tanzbaren Titeln, die aber auch eine Aussage haben… so in etwa.

Vasi:
Unser Ziel war es, ein abwechslungsreiches Album zu machen, aber jedem Song den typischen NNB Charakter zu geben. Wir haben Clubtracks wie Memories oder Surviving, Mid-Tempo Songs wie Answers oder Ignorance die vom Thema und dem melodischen Charakter zum genaueren Zuhören geeignet sind und sogar ne Ballade.

Mit welcher Thematik befasst Ihr euch textlich auf dem Album ?

Henrik: Die Texte drehen sich hauptsächlich um unsere Gesellschaft und das soziale Zusammenleben. Es gibt so viele Sachen, die nicht so sind wie sie sein sollten, und aus irgendeinem Grund scheinen wir trotz steigender Intelligenz nicht befähigt zu sein dazuzulernen, und das stimmt nachdenklich. Die Thematik ist also nicht wirklich neu, aber dafür unerschöpflich.

Darf man euch und euer neues Album in naher Zukunft live bestaunen ?

Henrik: Im Moment haben wir uns nicht um Konzerte bemüht, da das Album noch nicht erschienen war, und wir erst mal die Reaktionen abwarten wollten. Grad unmittelbar (28.6.) steht in Fürstenwalde ein kleines Festival auf dem Plan, bei dem wir mit vox celesta, Say Y, Metallspürhunde und Nik Page gemeinsam einen Abend bestreiten werden. Das wird bestimmt lustig. Ansonsten kommt im Herbst eine Tournee. Mit wem und sonstige Details werden noch nicht verraten ;o)

Ihr habt gerade für Lights of Euphoria einen Remix für das Album “Krieg gegen die Maschinen” gefertigt. Sind noch weitere Remixe für anderer Bands bei euch in der Pipeline ?

Henrik: Da sind so einige Arbeiten im Gange, aber ich überlasse Vasi mal das Wort…

Vasi:
Fertig ist bereits auch ein Remix für die neue Final Selection die im Herbst erscheinen wird. Dafür haben wir „White Star“ geremixed. Ein Remix für die nächste LOE Single ist auch schon abgeliefert. Im Moment remixe ich „unholy“ von DavAntage, was evtl. die nächste Single sein wird. Dann haben wir noch einen Track von Sero Overdose im Studio und Anderes, noch „inoffizielles“...

Wie sehen eure weiteren Pläne für die Zukunft aus ?

Henrik: Pläne haben wir tausende. Welche sich umsetzen lassen wird sich zeigen. Ist natürlich davon abhängig, wie das Album aufgenommen wird. Ich würde gerne mal in anderen Ländern einen Auftritt haben. Wir haben schon anfragen, aber zur Zeit können wir uns das noch nicht so ganz leisten. Des weiteren werden wir so schnell wie möglich am nächsten Album arbeiten, denn wir haben noch so einige Ideen die wir abarbeiten wollen. Generell hoffen wir aber, dass es weitergeht wie bis anhin. Leute treffen, mit Bands zusammenarbeiten und einfach den Spass daran nicht verlieren.

Vasi:
Absolut richtig. Dieser letzte Satz von Henrik sagt viel über unsere Einstellung aus. Nebst der Professionalität die nötig ist um weiterzukommen...versuchen wir, den Spass nicht zu kurz kommen zu lassen. Verbissenheit kills Kreativität :-)

Dann wünsche ich euch für die Zukunft alles Gute und bedanke mich für das Interview !



Martin
Darkbeat.Net – Independent Music Magazine

Bandpage:
www.namnambulu.com


 

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