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Mono Inc.- Dark Rock a lá carte!(14.10.04)

Egal, wem man das Debüt-Album von Mono Inc., - "Head Under Water" - vorspielt, die Reaktionen sind immer ähnlich. "Die Stimme", schwärmen alle unisono, "die ist absoluter Wahnsinn.".So lautet zumindest die Einleitung zur offiziellen Biografie der Hamburger Band Mono Inc.

Und in der Tat: Mono Inc. heben sich mit Ihrem rockig groovigen Sound angenehm aus der Masse heraus. Ein künftiger Auftritt bei "Top of The Pops" ist somit nicht auszuschliessen ;-) Mehr hierzu in unserem Interview:






Mit eurer Band Mono Inc.habt Ihr nun ein sehr beachtliches Debut Album hingelegt, daß euch ziemlich schnell bekannt machen sollte. Wer verbirgt sich alles hinter Mono Inc. und seit wann gibt es euch als Band?

Miky: "Vielen Dank! Du meinst also wir sind bald reich und berühmt?"

Mmhh...,bekannt dürftet Ihr schon werden, da die Resonanzen auf euer Album überwiegend positiv sind. Ob Ihr damit natürlich reich werdet steht auf einem anderen Blatt.

Miky: Nun,Also ich denke nicht, dass es so schnell geht. Es hat einige Zeit und viele musikalischen Experimente gekostet, bis wir unseren Weg und den 'Mono-Style' gefunden hatten. Martin, Carl und ich machen schon seit einigen Jahren in den verschiedensten Formationen zusammen Musik - alles alte Kamellen und Bands die keiner kennt.

Aber hier und jetzt geht's ja um Mono Inc. und Mono Inc. ist ein Newcomer - also lass uns keine alten Sachen aufwärmen. Ende 1997 haben wir dann beschlossen einfach mal was ganz neues auszuprobieren. Damit war Mono dann quasi geboren, obwohl es den Namen noch nicht gab. Nach einigen kleineren Gigs mit den ersten Songs kam dann unser Bassmann Manuel dazu, weil ich nicht länger singen und gleichzeitig Bass spielen wollte. Ausserdem hat Manuel seinen Input zum Songwriting geliefert. Als wir dann den ersten echten Mono Inc. Song im Kasten hatten, haben wir uns angeguckt und allen war klar - dass ist es! Vielleicht kennst Du dieses Gefühl: Du bist Jahrelang in irgendeiner Beziehung, die dann in die Brüche geht, lernst danach DIE Frau kennen und fragst Dich, wie Du etwas anderes eigentlich in Deinem vorherigen Leben ausgehalten hast.

So ein ähnliches Erlebnis hatten wir mit unserer musikalischen Entwicklung in den letzten Jahren. Nachdem wir uns musikalisch gefunden hatten sollte natuerlich ein neuer Name her, der unsere Musik in Worte fasst und der 'natürlich' was besonderes sein sollte. Ich stehe auf Namen die beim Lesen oder Hören ein bestimmtes Gefühl auslösen und die nicht nur aus einer Aneinanderreihung von Buchstaben bestehen, die man erst noch durch lange Statements erklären muss. Ich finde "mono" ist ein solches Wort. Mein Tipp: Augen zu machen, einfach mal mono sagen und die Sache wirken lassen. Ich will daher auch gar nicht versuchen anderen mein Gefühl von Mono aufzudrücken. Ich finde Mono passt perfekt zur Band und unserer Musik und dabei ist es dann auch geblieben .

Euer Debut Album trägt den Namen "Head under water". Beim einlegen der CD in die Anlage hat man jedoch gar nicht das Gefühl, den Kopf unter Wasser tauchen zu müssen ;-) Wie seit Ihr auf den Namen für das Album gekommen?

Martin: "Head Under Water" ist eine Textzeile aus unserem Song "The Hole" die sich einfach anbot, um die gesamten Lyrics auf einen Nenner zu bringen. Es ist halt inhaltlich kein positives, "mensch sind wir alle happy"- Album geworden...

Miky ergänzt: "Head Under Water" ist für mich zudem ein sehr starkes Bild, das ein ein Gefühl zum Ausdruck bringt. Jeder interpretiert da sicherlich etwas anderes hinein und genau das ist gewollt. Du assoziierst damit "Kopf unter Wasser stecken". Aber wie oft steckt man schon nur seinen Kopf freiwillig unter Wasser? Bekommt nur den Kopf denn nicht eher wider Willen unter Wasser gedrückt - und was ist das für ein Gefühl? ... dumpf, keine Luft, eine andere Welt, in der man nicht überleben kann, Angst... Ein Bild, das jeder für sich selbst interpretieren kann, genau wie den Bandnamen."

Euer Sound wird hauptsächlich durch die groovigen Gitarren und besonders durch den Gesang geprägt. Inwieweit ist jeder einzelne in der Band für den Gesamtsound verantwortlich?

Miky: "Nun - wir sind 'ne sehr demokratische Band. Der Sound entsteht in der Tat durch den Input jedes einzelnen von uns. Das war nicht immer so. Nachdem uns in der Vergangenheit diverse Produzenten erzählen wollten, wie wir was spielen und singen müssten, haben wir schließlich die Produktion selbst in die Hand genommen.

" "Head under water" verfügt über zwölf recht düster gehaltene Tracks. Habt Ihr einen Hang zur dunken Seite des Lebens?

Martin: ".. hmmm …wenn ich mir das album anhöre - sieht das wohl so aus… „

Was für ein Puplikum wollt Ihr mit eurem Sound hauptsächlich ansprechen? Ihr seit z.B. mal als Support für Tanzwut in 2003 unterwegs gewesen. Ist das Tanzwut-Puplikum euer Ziel und könnt Ihr euch auch vorstellen, wie z.B. LÁme Immortelle mal bei Top of the Pops aufzutreten?

Carl:"Die Tanzwut Tour hat uns ne Menge Spass gemacht und wir waren von den Reaktionen des Publikums, das uns bis dato nicht kannte und natürlich auch nicht unseretwegen da war, echt überwältigt.

Wir möchten selbst in keine Schublade gesteckt werden und tun dies auch ungern mit unseren potentiellen Fans. Wir wissen nicht, wie MONO-Fans aussehen sollten oder müssten und machen uns da auch nicht so viele Gedanken drüber. Natuerlich machen wir keine gute Laune Party-Musik, sondern eher unverschnörkelten Dark-Rock und sprechen damit all diejenigen an, denen diese Art von Musik gefällt. Dennoch versuchen wir unsere Musik nicht durch super extreme Outfits und Bühnenshows mit spritzendem Blut zu untermauern – let the music do the talking.

Bei Top of the Pops würden wir sicherlich einige Kiddies shocken. Alle anderen Hupfdohlen-Acts und die tollen Moderatoren natuerlich sowieso. Aber kategorisch ablehnen würden wir so ne Sendung vermutlich nicht, wenn die uns tatsächlich einladen und meinen, dass wir POP-Musik machen. Unsere Art von Musik hat einfach zu wenige Kanäle, über die man den Leuten die eigene Musik präsentieren kann. Warum also nicht mal bei Top of The Pops frischen Wind in die Bude bringen und den Kids zeigen, dass es auch noch was anderes gibt? Vielleicht findet der eine oder andere ja dann den richtigen Weg?"

Ihr seit ja in der Vergangenheit laut eurer Band-Bio bei einem Label gewesen, das von euch verlangt hat die Texte auf deutsch zu singen. Seit Ihr aktuell frei von solchen Einflüssen?

Miky: "Ja - es ist schon hart, wenn einem die ganzen Business-Fritzen erzählen wollen, wie der Hase läuft und wie man es machen muss. Letztlich wissen die es natuerlich auch nicht, sonst hätten ja alle nur noch Nummer 1 Hits. Wir sind deswegen froh, dass wir mit NoCut so ein kleines und flexibles Label haben. Blöde Floskel - aber hier ist die Welt wirklich noch in Ordnung und wir sind weitgehend frei von solchen Einflüssen. Hier werden keine Bands so hingebogen, wie das Label dies für richtig hält, sondern das Label signt nur Bands, die man so geil findet, wie sie sind. Natuerlich erfordert ein kleines Label viel mehr eigenes Engagement aber man hat auch mehr Chancen und Freiheiten und hier wird noch mit echtem Herzblut gekämpft und es sind Leute am Werk, die wirklich hinter der Mucke stehen. Da kann es einem schon mal passieren, dass z.B. ein Promoter eine Band ablehnt, weil der die Musik scheisse findet und sich damit nicht identifizieren kann. Die ganze Arbeit ist dort wesentlich ehrlicher und direkter."

Wie steht Ihr generell der Musikindustrie und gerade hier den großen Labels gegenüber? Kann sich ein Künstler oder eine Band heutzutage eurer Meinung nach noch frei entfallten? Gerade auch im Hinblick auf die Casting-Welle im TV, die Ihren Höhepunkt zum Glück überschritten haben dürfte?

Miky: "Ob die Casting Welle wirklich schon durch ist weis ich nicht so genau - ich denke eher, dass es lustig weiter geht.

Naja, zumindest ist der Rummel um Bohlen und Co. ersteinmal auf das Minimum reduziert worden.Soll aber natürlich nicht heisen, das sowas in der nächsten Zeit natürlich ausgeschlossen ist.

Miky: Bei den Labels kann man fast sagen 'je größer, desto schlimmer!' Die meisten haben wohl mp3 und das Netz unterschätzt. Dementsprechend geht's vielen Companies nicht so gut und die Mitarbeiter stehen natürlich unter riesigem Erfolgsdruck. Alles muss kommerziell funktionieren und nach vorn losgehen. Wer keinen Erfolg liefern kann fliegt raus - egal ob Bands oder Mitarbeiter. Folglich gibt's sowas wie langfristiges Artist Development gar nicht mehr, die Budgets werden immer kleiner und alle ducken sich nur noch rückgratlos weg. Wenn bei einer Firma mal ein Act funktioniert gibt's gleich mindestens 5 andere Companies, die versuchen, diesen Erfolg mit eigenen Acts zu kopieren. Dann gibt's halt auf einmal 5 Britney's. Wenn die Plattenindustrie so weitermacht, werden die wohl bald völlig im Arsch sein, weil den Schrott gar keiner mehr kaufen will.

Zurück zu eurem Album: Besonders mitreisend ist der Titel "Burn me" ausgefallen, der wie wir finden einfach Hitverdächtig ist. Wie entstehen bei euch die Songs? Gibt es eine Aufteilung innerhalb der Band oder
steuert jeder was bei, der gerade eine Idee hat?


Manuel: Danke! Viele Songs von uns haben ihre eigene Entstehungsgeschichte, dessen Start immer unterschiedlich ist. Der Anfang von burn me zum Beispiel war ursprünglich eine Idee am Rande, ausgelöst durch Emotionen meiner letzten Beziehung, die zufällig noch im Homestudio bei mir im PC geladen war, als Martin vorbei kam um mit mir an einem anderen Titel zu arbeiten. Ihm gefiel diese Idee allerdings so gut, das wir alles andere vergaßen und noch am selben Abend das Grundgerüst von burn me fertig hatten.

Was für musikalische Vorlieben hat jeder einzelne von euch, wenn Ihr euch privat zurückzieht ?

Martin: "Der einzige, der bei uns richtige "Hardrock -Wurzeln" hat, ist (wie ja meistens) unser Gitarrist - Carl. Miky ist eher Liebhaber melancholischer Musik von Leuten wie Peter Gabriel, Manuel steht tierisch auf Nirvana und Punk und ich höre meistens die Wave-Bands aus guten alten Tagen, wie "The Smiths" und "Cure". Eigentlich gibt es für uns alle aber nur zwei Kategorien von Musik: Gute und Schlechte! Somit konnte jeder seine Roots bei uns einbringen..."

" Head under water" erscheint am 27.09.04. Darf man Mono Inc. daher bald
" Head under water" ist bereits am 27.09.04 erschienen. Darf man Mono Inc. daher bald live erleben?
Miky: Natürlich ist es unser Ziel im Herbst in großen Hallen im Rahmen einer fetten Produktion live vor möglichst vielen Zuschauern zu spielen. Als Newcomer gibt's für so ein Ziel eigentlich nur eine Lösung: die Support Tour mit einer großen Band und genau eine solche suchen wir. Kleine Bühnen in verwinkelten und rauchigen Clubs sind nicht unbedingt so das Mono-Terrain. Wer sich die Videos auf unter www.Video.Mono-Inc.com ansieht, weis, was ich meine. Zusätzlich arbeiten wir parallel mit einem Veranstalter am Booking für eine eigene Mono-Tour im Herbst 2004. Sobald es verbindliche Termine gibt, findet man die unter www.Live.Mono-Inc.com

Wie geht es nun insgesamt mit Mono Inc. weiter?

Miky: "Also - wie Du schon einleitend meintest.... wir werden jetzt als nächstes ziemlich schnell bekannt und werden bei Top of The Pops eingeladen!. Wenn wir allerdings ehrlich sind, wirds wohl noch ein hartes Stück Arbeit. Wir sind nicht auf kommerziellen Erfolg fixiert - wenn es dennoch so kommen sollte, freut es uns natuerlich um so mehr. Im Prinzip machen wir das alles aber, weil wir wirklich Bock darauf haben, genau das zu tun, was wir im Moment machen.

- mono inc.

www.mono-inc.com

CD-Review "Head under water"





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