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 | Lacrimosa - Facts zum Album "Echos" (03.02.03) |
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Anlässlich der Veröffentlichung zum neuen Album von Lacrimosa, haben wir mit Tilo Wolf einen kleinen Plausch geführt.
Lacrimosa besteht als Band ja nur aus dir und Anne. Doch fast alles musikalische ist von dir. Erzähl doch mal wie eure gemeinsame Arbeit aussieht ?
"Wir arbeiten unabhängig voneinander. Wenn ich eine Demo-Version fertig habe, spiele ich sie Anne vor. Sie sagt ihre Meinung und öffnet mir zum Teil auch die Augen. Aber im Großen und Ganzen arbeitet jeder alleine und man schaut sich an, was der andere gemacht hat. Und trotzdem ist alles wie auseinem Guss und das macht unsere Arbeit so einzigartig. Deshalb ist Anne auchdie einzige Person, die sozusagen Mitglied bei Lacrimosa geworden ist. Wir haben die gleichen Wurzeln und uns in dieselbe Richtung entwickelt. Erst Gothic, dann Deathmetal und heute hören wir Sachen wie Alannis Morrisette oder Garbage."
Wenn man bedenkt daß Ihr noch vor gar nicht so langer Zeit auf der Bühne gestanden habt, so war der Zeitraum für das schreiben der Songs zum einen für die Maxi "Durch Nacht und Flut", als auch für das Album "Echos" nicht gerade üppig gewesen. Wie sind die Songs so schnell entstanden?
"Natürlich waren wir durch unsere Bühnenpräsenz ständig auf Achse, aber während einer Tour habe ich sozusagen immer Zettel und Stift bei mir, um mir spontane Gedanken zu notieren. So hat sich dann im laufe der Zeit Material für das Album angesammelt". Insgesamt habe ich 5 Monate an den neuen Stückengearbeitet."
Eure letzte Maxi "Durch Nacht und Flut" ist verglichen mit dem letzten Album "Fassade" ein recht fröhliches und musikalisches offenes Werk. Besonders fällt da einem der Einsatz von modernen Elementen wie Drum Loops auf. Was hat denn euch hierzu bewegt ?
" Das hat sich während des komponieren der Songs so ergeben. Ich höre natürlich auch gerne Sachen wie Portishead, David Bowies "Earthling" oder Nine Inch Nails, wo man immer wieder, gerade bei Künstlern, von denen man es nicht erwartet, immer wieder auf solche Elemente trifft. Dadurch bin ich ja dann auch auf diese Soundmittel gestossen.
Dein Gesang hat sich meiner Meinung nach auch ein wenig verändert. Wie siehst du das ?
Wenn man den gesang von Anne vergleicht, so hat sich dieser von Album zu Album weiterentwickelt. Was meinen Gesang aber betrifft,denke ich nicht daßich unbeding anders singe wie früher. Fakt ist, daß man sich persönlich weiterentwickelt und sich dies natürlich auch auf den Gesang wiederspiegelt.
In einem früheren Interview mit dir konnte man mal lesen, daß du gerade durch deine Kompositionen einen gewissen Einblick in dein Leben gewährst. Inwiefern ist die Musik dein Ablassventil für dein Wohlbefinden ?
"Ein sehr großes ! Mit der Musik und dem komponieren lege ich quasi einen Seeelenstrip hin und lege somit meine Gefühle für jeden offen, der sich mit meinen Texten befasst"
Neben den erwähnten modernen musikalischen Elementen sind bei " Durch Nacht und Flut" auch wieder klassische Aragements vertreten. Ich habe dich mal sagen hören, daß du aufgrund eurer schwierigkeiten mit den klassischen Aufnahmen bei "Fassade" nicht mehr so opulente Stücke schreiben wolltest ?
" Im Prinzip war das auch nicht so geplant gewesen.Letztendlich bin ich aber Froh darüber, daß das Album, als auch die MCD so ausgefallen ist. Ich hatte nach "Fassade", und das muss ich wirklich so sagen, eigentlich die Schnauze voll von grossen Produktionen. Wenn ich aber anfange Songs zu schreiben, was ich häufig nicht, wie diese enden werden. Erst als wir eigentlich mit dem Schreiben fertig waren, haben wir mit Schrecken festgestellt, dass es wieder verdammt viel an Orchester dabei hat, was wir wirklich nicht so geplant hatten"
Kommen wir zum Coverartwork. Bisher war man von euch gewohnt gezeichnete schwarz-weiss Cover vorzufinden. Mit dem Cover von " Durch Nacht und Flut" ist jedoch ein Farbfoto von Euch als Artwork ausgesucht worden. Habt Ihr keine Lust mehr auf Zeichnungen gehabt ?
"Nee, daß ist nicht der Fall. Wir vertreten unsere Artworks so, daß wir bei Maxis schon immer farbige Cover hatten, und bei Alben unsere bekannten schwarz-weis Zeichnungen. Bei "Echos" wird es daher wieder eine Zeichnung geben.
Damit wären wir auch schon bei eurem kommenden Album. Einen ersten Eindruck haben wir ja bereits duch die Promotion CD bekommen. Bestätigt wurden wir darin, daß das Album genauso offenherzig ausgefallen ist, wie die MCD "Durch Nacht und Flut". Irritiert hat uns aber der sehr hohe Klassikanteil. Wie siehst du das ?
Der klassische Anteil ist natürlich sehr hoch. Als ich "Echos" geschrieben habe, habe ich eine extreme Entspannung gefühlt, weil ich diesen Druck nicht mehr hatte, und ich konnte mich ganz auf das konzentrieren, was mir die Gefühle und mein Herz und Emotionen diktiert haben. Dementspechend ist es ein auf den ersten Blick entspannteres Album, das auch deutlich weniger Gitarren und Schlagzeug beinhaltet, aber auf den zweiten Blick finde ich es eigentlich fast das härteste Album das ich bisher gemacht habe. Zwar keine musikalische, sondern eine emotionale Härte, eine sehr emotionale Dichte, die man ganz besonders in diesen Album fühlt. Bezüglich der klassischen Arangements sind wir bedingt "back to the roots gegangen".
Habt Ihr vor, das Album auch in diesem Jahr live zu präsentieren ?
Zu "Echos" wird es in absehbarer Zukunft keine Konzerte geben, auch kein Wave Gotik Treffen 2003 oder so, und zwar aus den alleinigen Grund, daß ich im Sommer 2000 angefangen habe an "Fassade" zu arbeiten, dann waren wir 6 Monate im Studio, ich habe das Album produziert, danach waren wir auf langer Welttournee, danach habe ich direkt angefangen "Echos" zu schreiben, dann waren wir 4 Monate im Studio und haben es produziert, jetzt mache ich auch noch Interviews... Ich bin am Ende meiner Kräfte angekommen. Wenn ich jetzt auf der Bühne gehen würde, würde ich maximal 70 Prozent bringen, und das würde niemanden glücklich machen.
Zur CD Review von Echos Zur offiziellen Webseite von Lacrimosa
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